Aufbruch in Costa Rica

Ich sitze am Stand, Lichtreflexe verglühen auf der spiegelglatten Wasseroberfläche. Ich beobachte unsere Kinder, die mit dem Surfbrett zwischen den Pelikanen dümpeln. Mit feinen Netzen fangen Frauen im brusthohen Wasser silbrige Sardinen, ihre Männer werfen Angelhaken an Schnüren aus wie Lassos, hoffen auf einen dickeren Fang. Über mir streiten in den Palmenwipfeln leuchtendrote Aras, kleine rehbraune Äffchen, nicht größer als Eichhörnchen, toben durch das Geäst der Bäume, Schmetterlinge flattern paarweise. Timm liegt zufrieden in seiner neuen Hängematte, liest und trinkt Kaffee, den ich für uns und die Fischer gekocht habe.

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Äffchen (Squirrelmonkey)

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Strand Osa Peninsula

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Timms Hängematte

Die Hängematte ist ein Abschiedsgeschenk von Maria und Christian, soll uns an Timms Lieblingsplatz in Costa Rica erinnern: die Hängematte auf der Veranda. Der Gedanke an Christian und Maria schnürt mir erneut den Hals zu. Ich hatte gewusst, dass es nicht einfach sein würde, weiterzuziehen. Dass es allerdings schwerer sein würde, als der Aufbruch in Deutschland, das hatte ich nicht erwartet. Fast drei Tage schütteln mich in regelmäßigen Abständen Weinkrämpfe- in Deutschland hingegen hatte ich meine Trauer bereits im 45 Kilometer entfernten Neumünster verdaut. Nach Costa Rica werden wir so schnell nicht zurückkehren, diese Gewissheit lastet schwer auf meinem Herzen und nicht einmal die malerischen Camps der ersten Tage konnten mich dauerhaft trösten.

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Unsere Costa Rica Familie, Maria & Christian mit Sofia, Pia ist nicht dabei, die Hunde Newton und Fifi

Wieder denke ich an die letzten Stunden in Atenas: Zur Feier des Tages wollten wir uns die größten Eisbecher, die unser Lieblingseisladen zu bieten hatte gönnen. Schon Wochen hatten wir geplant, unsere Abfahrt genauso zu feiern. Und da sassen wir nun, würgten zwischen salzigen Tränen die viel zu süßen, viel zu großen Eisportionen herunter, beschlossen all das, was wir noch zu erledigen hatten, nicht mehr zu tun, uns keine „letztes Mal Besuche“ anzutun, und flüchteten, ohne die fehlenden Medikamente zu kaufen, mit leerem Kühlschrank und ohne Simkartenguthaben. Hauptsache weg, Hauptsache keinen Abschiedsschmerz mehr. Wir kamen nicht weit an unserem ersten Tag, campten am wunderschönen Playa Hermosa.

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Playa Hermosa

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Playa Hermosa, Cowboy und Gefährt

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Watt, Playa Hermosa

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Morgendämmerung Playa Hermosa

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Sonnenaufgang Playa Hermosa

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Playa Hermosa, erstes Camp nach dem Aufbruch

Das Meer rauschte, Grillen zirpten und als es dunkel wurde und auch der letzte Badegast verschwunden war, standen wir ganz allein am Strand. Ich musste mich erst wieder an dieses Gefühl gewöhnen, wachte in der Nacht bei jedem Geräusch auf. Um 4.30 konnte ich nicht mehr schlafen, ging am Strand spazieren, schrieb ein bisschen. Vor der ersten Schullektion ging Lotta surfen, die Kleinen spielten in einer Frischwasserlagune, wärmten sich danach im Meer wieder auf, um sich dann erneut mit dem eiskalten Lagunenwasser abzuspülen. Die Reisegötter meinten es gut mit uns, bescherten uns in den ersten Tagen eine Reihe schöner Camps am Strand, einmal singt uns der Dschungel in den Schlaf: Kröten quaken, Grillen zirpen, ein Nachtvogel zwitschert sein geheimnisvolles Lied, Mücken summen und Affen brüllen.

 

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Morgen auf der Osa Peninsular

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Playa Hermosa

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erste Nacht in Playa Hermosa

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Playa Hermosa

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Frischwasserlagune Playa Hermosa

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Frischwasserlagune Playa Hermosa

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Surfen am Playa Hermosa

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Unter Palmen, Playa Hermosa

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Schulpause in der Frischwasserlagune

Das allerschönste Camp aber finden wir hier, auf der Osa Peninsula. Mit den Fischern sitzen wir im warmen Sand, das Wasser des Golfo Dulce ist still wie ein See, nur der Salzduft erinnert daran, dass wir am Meer sind. Sie erzählen uns, wie schön das Leben hier ist und ich brauche diese Erzählung fast nicht, hatte es schon geahnt. Auf dem Weg hierher begegneten uns lächelnde Menschen mit Fahrrad und Angel oder auf dem Moped, das Surfbrett unter dem Arm. Hier liegen die Kühe im bauchhohen Gras, blicken beim Wiederkäuen zufrieden auf das glitzernde Meer.

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Strasse auf der Osa Peninsula

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Ausblick einer Kuh auf der Osa Peninsula

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Aufsitzerpflanze, Osa Peninsula

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Strasse Osa Peninsula

Wir haben keinen Mobilempfang und ich bin fast ein bisschen froh darüber, weil ich dann keine „Gute Reise Nachrichten“ mehr beantworten muss, mein Herz die Möglichkeit hat eine kleine Pause vom Traurigsein zu haben. Als es dunkel wird, essen wir am Lagerfeuer, der Vollmond malt Palmenschatten auf den leuchtenden Sand. Nach dem Frühstück kommt am nächsten Tag die Polizei vorbei, um nach dem Rechten zu sehen. Woher wir kommen, ob es uns gut geht, sie uns behilflich sein können und ob sie unser Auto einmal besichtigen dürfen, fragen sie freundlich. Ich gebe ihnen eine Führung und zum Dank reißt sich einer der Polizisten die Abzeichen von der Uniform und schenkt sie uns zur Erinnerung. Den Corcovado Nationalpark, der eigentliche Grund für unseren Besuch auf der Osa Peninsula und angeblich der allerschönste und wildeste Nationalpark Costa Ricas sehen wir nicht mehr, uns rennt die Zeit davon. Wen aber interessiert das, wenn wir stattdessen mit Fischern Kaffee getrunken, stundenlang im badewannenwarmen Wasser gespielt und die Abzeichen eines costaricanschen Polizisten bekommen haben?

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Fischer Osa Peninsula

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Strandcamp Osa Penuinsula

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so tut Mathe weniger weh

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Ausblick zum Frühstück

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Camp auf dem Weg zur Osa Peninsula

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Blick auf den Golfo Dulce, Mittagspause Osa Peninsula

Ein Gedanke zu „Aufbruch in Costa Rica

  1. Eure “ Kleinen sind ganz schön erwachsen und groß geworden, bei allem Abschiedsschmerz, es
    in diesem Paradies vergisst man etwas woher man kommt, wenn man die Landessprache spricht.
    Das sind bleibende Bilder, die man nie wieder vergessen wird. Spannend dein Bericht wie immer.

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