Calí

Timm und ich ergänzen einander in vielerlei Hinsicht. Er ist ein Mann der Zahlen, ich eine Frau der Worte. Er ist unerschrocken, ich besonnen, er ist Visionär, ich Perfektionist. Im Ganzen, in der Kombi sind wir so ziemlich unschlagbar. Eine Situation allerdings bringt uns in regelmäßigen Abständen an einen Punkt, an dem wir das vergessen:  Wenn Timm fährt und ich navigiere.

„An der nächsten Ampel rechts“

„Hä?“

„ Rechts, nächste Ampel!“

„Sag das doch!“

„Hab ich, hör‘ richtig zu!“ – Er biegt ab.

„Doch nicht DAS Rechts, man, das andere Rechts!

„Hä?“

„Du solltest links fahren!“

„Hä?“

„LINKS, Du solltest links fahren.“

„Du hast doch RECHTS gesagt.“

„Man, Du weißt doch, dass ich Links meine, wenn ich Rechts sage!“

Noch schlimmer wird es meistens, wenn wir uns auf verschiedene Navigationssysteme verlassen, er nach TOMTOM fährt, ich zwischen GoogleMaps und IOverland hin- und her springe. Am allerschlimmsten ist es in wuseligen Städten und so schlimm wie heute war es noch nie. Schuld ist nicht meine Links-Rechts-Schwäche, an die sich Timm in den fast 25 Jahren zusammen echt mal hätte gewöhnen können, sondern sein schwaches rechtes Ohr. Ausgerechnet dem mir zugewandten Ohr hat die jahrelange Bassbeschallung der schrankgroßen Box seines ersten Autos das Gehör verkrüppelt. Schon seit einigen Tagen quälen Timm Ohrenschmerzen und seit gestern kann er gar nicht mehr hören. Wir sind auf dem Weg nach Calí, der drittgrößten Stadt Kolumbiens und nach Escobars Tod 1993 Drogenhauptstadt des Landes. Auch wenn das Calí Kartell 1995 als solches zerstört wurde, ist die Stadt noch immer ein berüchtigtes Drogenhandelszentrum. Nach Medellin habe ich wenig Lust, mich erneut einer kolumbianischen Metropole zu stellen, aber Timm braucht einen Arzt. Es ist nicht Calís Reputation als zweitgefährlichste Stadt Kolumbiens, die mich abschreckt, sondern die Aussicht auf dichten Verkehr, auf viele Menschen, auf überpflastertes Grün und schlechte Luft. Sehnsüchtig denke ich im dichter werdenden Verkehr an die letzten Tage.

Den ganzen Tag sind wir vor einigen Tagen mit dem Ziel der ehemaligen Zuckerrohrplantage Hacienda „El Paraiso“, am Fuße der Zentralkordilliere entlang unendlicher Zuckerohrfelder, durch malerische Dörfchen gefahren. Die Hacienda „El Paraiso“, deren 1828 erbautes Herrenhaus eines der Schmuckstücke feudaler Lebenskunst des 19 Jahrhunderts ist und zu den schönsten restaurierten Haciendas Kolumbiens gehört, liegt knapp 40 km nordöstlich von Calí. Klingt nach einem Nachmittagsausflug, mit Roger allerdings wurden fast zwei Fahrtage daraus. Von Salento aus fuhren wir nach Palmira, Kolumbiens gefährlichste Stadt. Statistisch gesehen musste hier noch 2018 jeder 1000. damit rechnen, von einem Mitglied der zahlreichen Banden ermordet zu werden. Für uns war nichts davon sichtbar. Stattdessen erzählten die prachtvolle, von knorrigen Bäumen beschattete Kathedrale und das hübsche koloniale Bahnhofsgebäude vom einstigen Reichtum der Zuckerrohrplantagen. Wir hatten nicht viel Zeit, wollten es bis zur Hacienda schaffen, um dort auf dem Parkplatz die Nacht zu verbringen. Wir fuhren auf kleinen Landstraßen, vorbei an Fincas offensichtlich wohlhabender Zuckerrohrbarone. Sie sind umgeben von hohen Zäunen und Hecken, beschützt von Kameras und privaten Wachmännern. Tennis- und Reitplätze, sowie türkisblaue Pools gehören hier zur Grundausstattung. Immer enger wurden die Straßen, die Sonne sank tiefer und mit ihr meine Hoffnung, den Parkplatz der Hacienda El Paraiso vor Sonnenuntergang zu erreichen. Äste ratschten knirschend und quietschend an Rogers Seitenwänden entlang, wir konnten kaum noch die Überlandleitungen im Dämmerlicht erkennen. Das Navi versprach unser Ziel in 12km, der Weg allerdings wurde immer schmaler, die Asphaltdecke verabschiedete sich. Es gab keine Möglichkeit umzudrehen oder an den Wegrand zu fahren, zu beiden Seiten begrenzten uns Zäune und Gebüsch. Kurz bevor die Sonne sich endgültig verabschiedete, führte eine schmale Brücke über ein ausgetrocknetes Flussbett. Auch wenn es mir wenig behagte, hatten wir keine andere Chance, als hier an diesem Flussbett die Nacht zu verbringen. Den Versuch, ein wenig abseits der Straße zu stehen gaben wir auf, als unter Rogers Gewicht die Böschung zu bröckeln begann, fuhren wieder rückwärts, hofften, dass die Banden der Gegend heute Abend nicht unseren Weg kreuzen würden. Wider Erwarten hatten wir eine friedliche Nacht. Es fiepten Baumfrösche und Zikaden, die wenigen Mopeds, die vorbei knatterten, grüßten  hupend. Wieder einmal, wie schon so oft auf dieser Reise war ich unendlich dankbar, dass Roger durch die braungraue Farbe im Dunkeln nicht auffällt.

Bis Mittag des nächsten Tages, nachdem wir uns die letzten 12 km durch den Busch gekämpft hatten, verbrachten wir auf der Hazienda, ließen uns verzaubern von den Ausblicken, dem Blumengarten, den dicken kühlen Mauern des 200 Jahre alten Hauses. Wie immer in alten Gemäuern erfüllte uns eine tiefe Ruhe. Ich hätte ewig bleiben können, wären da nicht die stechenden Schmerzen in Timms Ohr gewesen.

Wir schafften es nicht mehr bis zum Krankenhaus Valle de Lili, das die deutsche Botschaft empfiehlt, sondern blieben die Nacht auf einem Campingplatz im Norden der Stadt. Und weil der Campingplatz einen Pool für die Kinder und eine Sauna für Timm lieferte, waren die Ohrenschmerzen kurzfristig vergessen und es wurden 3 Nächte.

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Dann, letzte Nacht schwoll Timms Gesichtshälfte an, und er wurde von dem Gefühl wachgehalten, dass sich etwas in seinen Gehörgängen bewegt. Dr. Google versorgt uns mit fürchterlichen Bildern von in Südamerika vorkommenden Fliegen, welche ihre Eier in die Gehörgänge ihrer Opfer legen. Die Larven schlüpfen nach kurzer Zeit und fressen sich dann fröhlich Richtung Hirn. Timm popelt sich am Ohr, ich versuche vorbei an allen Absperrungen den kürzesten Weg ins Krankenhaus zu finden. Es ist Sonntag und wie in vielen anderen kolumbianischen Städten sind auch hier in Calí die Hauptverkehrsstraßen für Autos gesperrt. Stattdessen ein fast undurchdringliches Gewusel von Spaziergängern, Rollschuhfahren, Kindern und Hunden, Popcorn- und Eisverkäufern, Getränkeständen und Polizisten. Mitten im größten Gewusel ein Schrei aus Timms Richtung. Auf seiner Fingerspitze streckt er mir ein weißes Krümelchen entgegen. „Was ist das, guck mal, ist das ein Wurm?“ Bevor ich vermeidlichen Wurm genauer inspizieren kann, landet er im Fußraum. Timm wird hektisch, ich krabbele mit Taschenlampe und Lupenapp zwischen Gas-und Kupplungsfuß herum, niemand achtet mehr darauf, wo wir hinfahren. Wir verfahren uns und der Wurm bleibt im Mikrokosmos der Fußmatte verschollen.

Als wir endlich an der Klinik ankommen, befindet sich auf deren Parkplatz eine Großbaustelle. Wir parken im Halteverbot in der Nähe des Haupteingangs in einer scheinbar ruhigen und wohl situierten Wohngegend, schließen die Kinder ein und betreten mit gemischten Gefühlen die Klinik. Ich wäre lieber bei den Kids geblieben, da Timm aber wenig hören kann, muss ich vermitteln. Nach nicht einmal 5 Minuten sitzen wir in der Notaufnahme, warten auf einen Arzt. Um uns herum wird der ohnehin blitzeblanke Boden gefeudelt, die Klimaanlage surrt und aus den Lautsprechern tönt klassische Musik. Neben mir sitzt eine Frau mit blutverschmierter Kleidung, zu ihren Füßen ein durchsichtiger Sack mit ebenfalls blutigen Kleidungsstücken. Sie lächelt mich an, wirkt weder traurig, noch traumatisiert und ich hoffe, dass das ein gutes Zeichen ist. Während in Deutschland Corona das medienbestimmende Thema ist, trägt hier im Krankenhaus niemand einen Mundschutz, der Arzt streckt mir zum Gruß die Hand entgegen. Nachdem er uns ein paar Fragen gestellt hat, unsere Daten in einen Computer eingegeben hat, kommt eine junge Ärztin, um Timm zu untersuchen. Sichtlich überfordert mit der Funktion des Otoskops, bohrt und prokelt sie, muss schließlich eine weitere Kollegin holen, welche nach einem Mikroblick Antibiotika und einen Entzündungshemmer verschreibt. Eine Mittelohrentzündung, so ihr Urteil. Wir sollen in drei Tagen wiederkommen. Ob dort auch wirklich kein Wurm zu sehen sei, möchte Timm wissen. Nein kein Wurm zu sehen, aber mit Sicherheit könne sie das erst sagen, wenn das Innenohr abgeschwollen ist.

Als wir endlich wieder bei den Kindern sind, haben wir keine Kraft mehr zum weiterfahren, beschließen einfach über Nacht hierzubleiben. Sollte die Polizei uns verscheuchen wollen, werden wir ihnen einfach unsere Behandlungsbelege zeigen und behaupten, dass wir am nächsten Tag wieder ins Krankenhaus müssen und dass Timm so starke Schmerzmittel genommen hat, dass Auto fahren unverantwortlich ist. Als wir am Abendbrottisch sitzen, klopft es an der Tür. Davor steht ein privater Sicherheitsmann. Er patrouilliert hier nachts die Straßen um das Krankenhaus, gibt uns seine Telefonnummer und ringt uns das Versprechen ab, ihn sofort anzurufen, sollten wir etwas brauchen. Die Gegend sei sehr sicher, wir bräuchten uns keine Sorgen machen, er wollte sich nur vorstellen und seine Hilfe anbieten.

Den nächsten Tag verbringen wir im Zoo. Wir schaffen es gerade eben aus der Stadt heraus, parken an einer Tankstelle südlich von Cali. Die ganze Nacht hämmert der Regen gegen die Scheiben, ich kann nicht schlafen, weil Timms Ohrenschmerzen wieder schlimmer werden. Sein Ohr ist knallrot und heiß, seine Gesichtshälfte angeschwollen, selbst Schlucken und Kauen verursacht Qualen. Wir fahren also um 5.30. mit den schlafenden Kindern zurück in die Stadt. Das Wasser auf der Fahrbahn ist knöchelhoch, von allen Seiten flitzen Mopeds, wir stehen im Stau, es geht nur schleppend voran. Mir schwinden die Kräfte. Alles scheint kompliziert: unsere Wäsche stapelt sich stinkend, unsere Gasflaschen sind nach der Verschiffung von Panama noch immer leer, wir finden seit Wochen niemanden, der sie uns auffüllen kann. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis wir nicht mehr kochen können. Der Ausblick auf einen Morgen  Schule treibt mir die Schweißperlen über den Rücken. Wieder wird es ein Schulmorgen am Straßenrand sein, wir werden uns wieder zu fünft quetschen müssen, niemand wird wirklich Ruhe haben. Es wird heiß und stickig werden, ich habe wenig geschlafen und werde all meine Kraft zusammennehmen müssen, geduldig zu bleiben. Lotta und ich fühlen uns beide überfordert mit der Nähe zum Rest unserer Familienmitglieder. So viel und eng zusammenzusein ist zugleich das Schönste und auch das Schwierigste an der Reise. Permanent habe ich alle Antennen ausgefahren, um sicherzugehen, dass es allen gut geht, hätte sie aber so gerne mal nicht auf Empfang gestellt. Ich sehne mich danach, allein in meinem Kopf sein. Auch Timm ist noch immer überzeugt, dass er in seinem Kopf nicht allein ist, redet die ganze Zeit von seinem neuen Mitbewohner, macht mich wahnsinnig mit seinen Würmgeschichten.

Dieses Mal haben wir mehr Glück und können für den Nachmittag einen Termin bei einem HNO Arzt bekommen. Dieser diagnostiziert eine Außenohrentzündung, verschreibt Ruhe, ein anderes Antibiotikum und abschwellende Tropfen, gibt Timm zwei Spritzen in den Hintern und bittet uns, in drei Tagen zur Nachsorge zu kommen. Einen Wurm schließt auch er aus, möchte trotzdem noch einmal kontrollieren, bevor wir weiterreisen.

Wir haben keine Energie für die Stadt, so hübsch sie auch auf den ersten Blick erscheint, so freundlich auch die Menschen sind, fahren nach einem Einkauf in den südwestlich von Cali gelegenen Farallones de Cali Nationalpark. Zunächst werden die Straßen breiter, die Häuser luxuriöser, Architektenwohnparks klettern die Hänge hinauf. Dann wird es zunehmend dörflich, die Leitungen hängen tiefer und als die Teerstraße zur Schotterpiste wird, verschluckt und das ganze Grün mit Haut und Haar. Augenblicklich befällt mich das Gefühl zu vermoosen.

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Wir verkriechen uns im Dschungel und es tut so gut, unsichtbar zu sein, frische feuchte Luft zu atmen. Die Vögel zwitschern im Dolbysurround, der Rio Pance rauscht beruhigend und ab und zu auch der Regen vom Himmel. Links und rechts türmen sich dschungelbewachsene Berge, in den höchsten hat sich der Nebel verheddert. Es riecht süßlich nach Blüten, nach Moder und Moos, nach überreifem Obst, nach Fäulnis. Es ist der Geruch der Tropen, der Geruch von Leben und Tod, so dicht beieinander. Alles wächst und gedeiht und stirbt und beginnt von neuem. Schaue ich zu lange auf einen Punkt, beginnt er, sich zu bewegen. Hier ist so viel Leben auf einem Quadratzentimeter Boden, Grüngeraschel, Blättergezwitscher, Moosstille, Waldfrieden. Ich weiß nicht, wie ich in Zukunft ohne Dschungel auskommen soll.

Ich habe schon immer Wälder geliebt, hier aber zwischen all dem Gekrabbel, kommt mir die Natur Zuhause so schrecklich gezähmt vor. Jedes Stückchen Grün ist unserem Willen unterworfen, von uns Menschen verändert, gestaltet, unseren Wünschen angepasst. Natur darf nicht wild sein, lässt sie sich nicht unterwerfen, bekommen viele Angst. Wir brauchen Kontrolle. Hier auf unserer Reise bringt uns die Natur immer wieder in Gefahr: Giftige Spinnen und Schlangen, Bären und Vulkanausbrüche, Erdbeben- wir lieben das! Mir wird immer klarer, wie wenig ich in Zukunft in gezähmter Natur, in aufgeräumten Naturräumen leben möchte. Der Jagdtpächter auf unseren Flächen in Deutschland hat im Jahr unserer Abreise Fasane in diesem Revier ausgesetzt. Nicht etwa, um sie zu jagen, sondern um etwas zu haben, das er betüddeln kann. Die 3 Rehe die auf dem Gelände leben, haben einen Namen und wenn sie im Frühjahr und Herbst meine Rosenknospen abfressen, dann freue ich mich, weil endlich etwas in meinem Garten lebt, das ich nicht dorthinbestellt habe. Moderne Menschen haben völlig den Bezug zur Natur verloren, viele Kinder auf dem Land können keine Buche von einer Esche unterscheiden. Alles wir eingedämmt und weggespritzt, wir bestimmen wie viele Rehe und Wildschweine wo leben dürfen. Unsere Ökosysteme sind schon so gestört und von uns abhängig gemacht, dass sie sich gar nicht mehr selber reparieren können. Während ich mir Gedanken um die Natur und unseren Bezug zu ihr mache, erreichen uns immer mehr Coronaupdates von Zuhause, dort herrscht Ausnahmezustand. Zunächst denke ich noch, dass das übertriebene Ängste zivilisationsverweichlichter Mitmenschen sind, schüttele ungläubig den Kopf über Hamsterkäufe und Klopapiermangel. Dann, ohne dass ich etwas dagegen tun kann, liege auch ich nachts wach, bekomme Angst. Timm und ich beschließen, offline zu gehen, uns ein paar Tage nicht mit der wilden Welt jenseits unseres Dschungelrefugiums zu beschäftigen. Wir wandern entlang des Rio Pance, die Kinder spielen am und im Fluss. Am Wochenende kommen Scharen aus Cali, um hier ihre freien Tage zu verbringen, jetzt unter der Woche aber sind wir hier fast allein, allein mit Millionen Mücken.

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Nach 3 Tage offline, fahren wir wieder zurück in die Stadt, um Timms Ohren erneut untersuchen zu lassen. Wieder online, treffen uns die Nachrichten volle Breitseite. Menschen kloppen sich um Klopapier, der Goldpreis ist gestiegen, nicht wenige unserer Freunde sind in Panik. Bisher ist der lateinamerikanische Kontinent noch coronafrei, sehr wahrscheinlich aber wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis das auch hier zum Thema wird. Wir diskutieren, wie es weitergehen soll, was wir machen würden, wenn auch hier Corona ausbricht. Die Kinder sehen erstaunlich klar, viel klarer als ich. Wir sollten weiterfahren, aus dem Fenster schauen, beobachten was um uns passiert. Nur weil Europa kopfsteht, heißt das ja noch lange nicht, dass auch hier das Chaos ausbricht. Wir sollten vorsichtig sein, aber erst einmal weitermachen wie bisher. Timm sagt, dass wir unser Haus dabei haben und uns jederzeit irgendwo in den Bergen oder im Dschungel verkriechen können, sollte es zum Ausnahmezustand kommen. Ich habe Angst vor sozialem Unfrieden, bemerke das in der Diskussion. Lotta lacht und sagt, dass wir uns seit Mexiko in politisch unstabilen Ländern bewegen und mich das bisher auch nicht gestört hat. Vielleicht hat sie recht, vielleicht sehe ich Gespenster. Wenn aber halb Europa im Ausnahmezustand ist, kann das schonmal ein bisschen am Urvertrauen rütteln.

Kolumbien

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