Zona Cafetera

( Anfang März 2020) Seit Medellin haben wir das Gefühl, in einem völlig anderen Land zu reisen. Kulturell wird die Gegend südlich von Medellin und das angrenzende „Eje Cafetero“, das „Kaffeedreieck“ der Provinzen Caldas, Risaralda und Quinido, von der Kultur der „paísas“ geprägt. Die Nachfahren zumeist baskischer Einwanderer pflegen ihre kulturellen Wurzeln, leben in weiß getünchten, mit dicken Tonziegeln gedeckten Landhäusern. Die mit kunstvollen Schnitzereien versehenen Fenster und Türen sind gummibärchenbunt  bemalt, die Veranden üppig mit Blumen dekoriert, wenn sie nicht bei Ihren Pferden und Kühen sind, sitzen hier die Männer im Schaukelstuhl. Schnurrbart ist hier keine modische Erscheinung, sondern Tradition, ebenso wie der Poncho und die Gummistiefel zum weißen Cowboyhut.

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In engen Kurven schlängelt sich die Straße den Rücken der Zentralkordilliere hinauf. Wir kommen nur langsam voran, Roger schnauft und raucht, immer wieder halten wir an, lassen die Bremsen abkühlen. So wie uns geht es jedem der Lastwagen auf dieser Strecke und oft herrscht Gedränge auf den schmalen Seitenstreifen. Wiederholt stehen wir im Stau, weil die Straße aufgrund von Bauarbeiten einseitig gesperrt ist. Außer uns scheint das niemanden zu stören. Die Fahrer der anderen LKW steigen aus, lassen sich von den fliegenden Händlern mit Süßigkeiten und „Tinto“, einem schwarzen Kaffee mit viel Zucker, den man in Kolumbien überall an den Straßenrändern kaufen kann, versorgen. Man mag Kolumbianern – vor allem dem weiblichen Teil der Bevölkerung- Heißblütigkeit nachsagen, in Sachen Geduld aber, können sie es mit einem norddeutschen Krabbenfischer aufnehmen. Niemals habe ich in all den Schlangen und Staus jemanden ungeduldig fluchen hören. Zwar wird im fließenden Verkehr gedrängelt und gehupt, steht man aber erstmal, dann entschleunigt in Sekunden der Puls, dann stehen die Fahrer in Gruppen zusammen, scherzen mit den Verkäufern, spannen die Hängematte auf und halten ein Nickerchen. Ein Junge läuft im Zickzack durch die geparkten Fahrzeuge, schlägt mit einem Stock auf die Reifen und teilt den Fahrern gegen ein kleines Trinkgeld mit, ob der Reifendruck zufriedenstellend ist. Es ist Aschermittwoch, viele tragen das Aschekreuz aus dem morgendlichen Gottesdienst auf der Stirn. Selbst evangelisch aufgewachsen, kennen die Kinder diesen Brauch nicht und Max ist entsetzt über das „Stirntattoo“ eines alten Mannes am Wegesrand, bis es nach dem vierten oder fünften „Stirntattoo“ endlich bei mir klickt und ich den Kindern (mit Googles Hilfe) den Sinn dieses Brauches erkläre. Als kurz vor Dämmerung leichter Nieselregen einsetzt, bleiben wir auf dem Parkplatz eines Restaurants auf 2500m stehen. Wir sind nicht lang allein. Nach kurzer Zeit parken die LKW so eng, dass ein breitschultriger Mann nur seitwärts laufend zwischen ihnen hindurch passt. Die Nacht wird frisch. Zum ersten Mal seit vielen Monaten tragen wir wieder Socken und lange Pullis zum Schulunterricht am Morgen. Wir sind keine kühlen Temperaturen mehr gewöhnt. Bei 17 Grad frieren mir die Fingerspitzen ab und ich bibbere wie meine spanische Freundin bei einem Ostseebad.

Am späten Nachmittag erreichen wir Manizales, die oft in Nebelschwaden gehüllte Hauptstadt der Provinz Caldas. Immer wieder von schweren Erdbeben zerstört, bietet der Ort wenig Sehenswertes, liegt aber idyllisch inmitten weitläufiger Kaffeeplantagen. Auf einer Höhe von bis zu 2000m, genau zwischen Medellin und Cali, befindet sich hier das Hauptanbaugebiet des kolumbianischen Kaffees. Seit 2011 ist das „Eje Cafetreo“ UNESCO-Weltkulturerbe, gilt als eines der kulturell reizvollsten Gebiete Kolumbiens, ist touristisch gut erschlossen. Obwohl wir schon viele Kaffeeplantagen gesehen haben, übernachten wir hier auf der angeblich schönsten Plantage der Gegend, quälen uns auf dem Weg dahin durch enge Dörfchen und unter tief hängenden Leitungen hindurch, den Berg hinauf und sind, wie soll es anders sein, enttäuscht. Zu touristisch, zu teuer, unpersönlich. Nach unserer Erfahrung auf der „AgroBerlin“ Kaffeefarm in der Sierra Nevada sind wir zu verwöhnt, um diesen Touristenzirkus länger als eine Nacht auszuhalten und fahren am nächsten Morgen nach der Schule weiter Richtung Santa Rosa de Cabal.

 

Diese kleine Gemeinde, ca 15 km entfernt von Pereira, einer ebenfalls eher schmucklose Kaffeemetropole, liegt an der Westgrenze des „Los Nevados“ Nationalparks. Benannt ist der Nationalpark nach seinen schneebedeckten Gipfeln- „los Nevados“- dem „Ruiz“, dem „Tolima“ und „Santa Isabel“. Man geht davon aus, dass Letztere, wie schon drei weitere Gipfel des Nationalparks, aufgrund des Klimawandels bis 2030 abgeschmolzen sein werden. Der Gipfel des Ruiz ist seit Jahren wegen vulkanischer Aktivität gesperrt. Der Park ist nur wandernd erlebbar, mit dem Auto kommen wir hier nicht weiter. Der Grund für unseren Besuch sind nicht die abenteuerlichen Wanderwege über Lavafelder, durch Nebelwälder und vorbei an versteckten Lagunen, sondern die Thermalquellen von San Vincente und Santa Rosa.

Nahe Santa Rosa finden wir einen perfekten Übernachtungsplatz auf der „Finca Marcelandia“. Zunächst bin ich ein wenig abgeschreckt von Minigolfplatzambiente inklusive lustigen Figürchen in den Beeten und Geranienampeln. Dann aber siegt die Liebenswürdigkeit der Betreiber und wir bleiben ganze 5 Nächte. Die kantigen Berge sind am Morgen nebelumwolkt. Die Sonne lässt sich Zeit aus dieser gemütlichen Bettdecke schlüpfen, auf den saftigen Bergwiesen leuchtet Löwenzahn. Die Sonne kitzelt, statt zu brennen, an weißen Zäune lehnen die Pferdepfleger, winken zum Gruß. „Adrett“ ist das Wort, das diese aufgeräumte, Geranien bepflanzte Gemütlichkeit am besten beschreibt. Mit den hauseigenen Pferden reiten wir aus. Bevor es losgeht, geben wir unsere Versicherungsnummer und Blutgruppe an, werden mit Warnwesten und Helmen ausgestattet, die Jungs bindet man am Cowboysattel fest. Sicherheit wird hier großgeschrieben, mächtig groß, wenn man bedenkt, dass der Ausritt die eingezäunte Hauskoppel hoch und wieder herunter führt.

Unter der Woche ist der Parkplatz des weitläufigen Geländes verwaist, wir sind die einzigen Gäste. Am Wochenende dann kommen die Ausflügler in Schwärmen. Einweiser und Parkwächter sorgen für Ordnung. Kolumbianische Frauen kochen nicht gern am Sonntag und wer es sich leisten kann, macht einen Familienausflug, kehrt zum Mittagessen ein. Auf der Finca Marcelandia kombiniert man diese Form der Mutterfürsorge mit einer der Lieblingsbeschäftigungen kolumbianischer Männer: Angeln. In diversen Zuchtbecken, getrennt nach Arten besteht die Möglichkeit, sein Mittagessen selbst zu fangen und es sich frisch in der Fincaküche zubereiten zu lassen. Ein weiterer Touristenmagnet auf der Finca ist ein amerikanischer Wohnwagen, für Übernachtungen buchbar. Für uns Deutsche völlig normal, für Kolumbianer exotisch. Nicht wenige der Besucher halten Roger für eine weitere Übernachtungsmöglichkeit, liebäugeln mit einer Buchung.

Von Marcelandia wandern wir zu den Santa Rosa Quellen. Bei unserem Aufbruch werden wir gewarnt, unser Hab und Gut zu verschließen und auf jeden Fall die Turnschuhe der Jungen nicht auf der Leiter stehen zu lassen. Das gehe in Kolumbien an den wenigsten Orten, werden wir freundlich gewarnt und denken „das ging bisher immer“. Dass jemand stinkende Turnschuhe klauen könnte, will mir nicht in den Kopf, nicht hier, zwischen friedlich schnaubenden Pferden, dezent plätschernden Forellenbecken, dem Singen der Köchin und den bunt bemalten Blumenampeln.

Unser Weg zu den Thermalquellen von Santa Rosa führt uns durch Regenwald, entlang saftig grüner Wiesen, durch Bambuswälder, vorbei an schmucken Landhäuschen, Wurstbrätereien, kleinen Gasthöfen mit phantastischen Ausblicken über das Bergpanorama, in die uns Männer mit weißen Cowboyhüten zu locken versuchen. Am Straßenrand sitzt unter einem bunt geblümten Sonnenschirm ein gebrechlicher Mann, verkauft mit zahnlosem Lächeln selbstgemachten Käse. Manchmal hält jemand, kurbelt das Fenster herunter, hinter ihm bildet sich eine Schlange. Niemand hupt, keiner überholt. Wenn es um Käse oder Bratwurst kaufen geht, wartet man gern.

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Der Ausblick darauf mit fremden Menschen im warmen Wasser zusammenzusitzen, erfreut mich nur mäßig. Seit einmal ein Mann in einem Spaßbad- Whirlpool neben mir seine Popel ins Wasser geschneutzt hat, kann ich mich in solchen Situationen nur schwer entspannen. Meine Vorfreude hält sich in Grenzen. Die Kinder laufen vorweg, Timm und ich lassen uns Zeit, die Landschaft auf uns wirken zu lassen. Das Gelände der Quellen befindet sich mitten im Wald, umgeben von mit Regenwald bewachsenen Bergen. Von mannshohen Farnen tropft es unablässig, in dichten Moosteppichen sammeln sich glitzernde Perlen, es raschelt, flüstert im Grün- und dann ein Schrei! Paula kommt um die Kurve gerast, zerrt an uns, wir sollen kommen, schneller. Kurz setzt mein Herz ein paar Schläge aus, dann noch ein paar, als wir um die Wegbiegung erreicht haben. Aus knapp 100m stürzt ein Wasserfall den dicht bewachsenen Felsen herab, teilt sich in fünf einzelne Fälle.

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„Wie in einem Disney Film, total unwirklich, oder?“ Paula kann sich gar nicht einkriegen und auch bei Timm und mir dauert es einen Moment, bis wir die Sprache wiedergefunden haben. In den Becken am Fuße des Wasserfalls vergesse ich, dass mir einmal vor vielen Jahren der Rotz eines fremden Mannes in den Bikini getrieben ist, hier kann ich tagelang im Wasser liegen, den Regenwald auf mich rieseln lassen. Besser, da sind wir sicher, kann es nicht werden, und so verzichten wir auf den Besuch der Quellen von San Vincente, kommen lieber am nächsten Tag wieder hierher.

(Leider ist die Speicherkarte meiner Kamera plötzlich nicht mehr lesbar und alle Fotos verloren. Zum Glück haben wir ein paar mit dem Handy gemacht)

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Medellin

Medellin, das ist der Jekyll and Hyde unter den Städten. Von kaum einer Stadt haben wir so viel Gegensätzliches gehört und gelesen wie von der zweitgrößten Stadt Kolumbiens. „Ein absolutes Must-See“, „die aufregendste Stadt des Landes“ hören wir oft von jungen Kolumbianern, die wir unterwegs treffen. Eine Stadt wie jede andere lateinamerikanische Stadt sagen andere, vor allem Overlander. Die „Stadt des ewigen Frühlings“ nennen die Kolumbianer sie, weil die Temperaturen hier auf einer Höhe von 1538m selten über 30 Grad klettern oder unter 16 Grad fallen. Weitere Namen sind „Hauptstadt der Berge“ und „Hauptstadt der Blumen“, weil neben Kaffee ein Hauptproduktionszweig der Anbau von Blumen ist.

In der europäischen Presse ist die 2,5 Millionenstadt vor allem im Zusammenhang mit Pablo Escobar und dem Medellinkartell bekannt, war lange ein Synonym für Drogenkrieg. Als Ende der 70er Jahre die Nachfrage von Kokain vor allem in den USA explodierte, bildeten geschäftstüchtige Gangster schnell ein umfassendes Produktions-,Vertriebs- und Transfernetzwerk- das Medellinkartell. Innerhalb von nur 10 Jahren erwirtschaftete das Kartell jährlich mehrere Milliarden US Dollar und seine Mitglieder, allen voran Pablo Escobar, stiegen zu einflussreichen und gefährlichen Männern auf, die Medellin in den folgenden Jahren unter ihre Kontrolle brachten. Schon 1989 wurde das Privatvermögen Escobars auf mehr als 2,7 Milliarden US$ geschätzt, er galt derzeit als der siebt reichste Mann der Welt. Für die Medelliner Jugend wurde Escobar zum Helden. Nicht wenige waren als Handlanger des „patrón“ gern bereit für 10 US$ zu töten, um Teil des Kartells zu sein.

Lange Zeit war Medellin die Mordhauptstadt Kolumbiens, hat sich jedoch in den letzten 10 Jahren gemausert und inzwischen ist die Metropole auf der Rangliste der Städte mit den höchsten Mordraten nicht mehr unter den Top 50 zu finden. Stattdessen wurde sie 2013 vom „Urban Land Institute“ mit dem Preis für die „innovativste Stadt der Welt“ ausgezeichnet, hängte die Mitstreiter New York und Tel Aviv ab. Grund für diesen Innovationspreis sind vor allem die seit 2004 unter dem Bürgermeister Sergio Fajardo Valderrama und seinem Nachfolger Alonso Salazar umgesetzten Maßnahmen, um den Armen der Stadt Zugang zum öffentlichen Leben zu verschaffen.

Medellin liegt im Aburrá-Tal mitten zwischen grünbewachsenen Bergen. Während sich von Nord nach Süd, dem Verlauf des Flusses folgend, moderne Glas- und Betonbauten, Wolkenkratzer, Büro- und Shoppingkomplexe, Luxusappartements und Wohnanlagen erstrecken, wuchern von Ost und West die Armenviertel, drohen in einem Gewirr aus übereinandergestapelten Backsteinhütten, durchzogen von schmalen Gassen und Trampelpfaden, lawinengleich die Innenstadt zu ersticken. Früher war der Weg in die Innenstadt für die 12.000 Bürger der Comuna 13, einem der ärmsten und elendsten Viertel der Stadt ein Tagesausflug, bis 2011 hier die längste Rolltreppe der Welt eingeweiht wurde. Sie überwindet einen Höhenunterschied von 130 m (ca. 28 Stockwerke) und soll den Bürgern den Weg in die Stadt verkürzen. Die Benutzung ist gratis, der Bau hat umgerechnet 5 Mio US$ gekostet, ein geringer Preis für den Nutzen, den die Freilufttreppe der Bevölkerung bietet. Außer der Rolltreppe hat sich Medellin mit weiteren Infrastrukturprojekten zu einer der fortschrittlichsten und lebenswertesten Städte Lateinamerikas entwickelt. So verfügt sie als einzige Stadt Kolumbiens über eine moderne Hochbahn mit insgesamt 42 km Schienennetz und über die Metrocable, ein Seilbahnsystem, welches weitere, über zahlreiche Hügel verstreute Armenviertel mit der Innenstadt verbindet. Weil das Seilbahnsystem jährlich etwa 20.000 Tonnen CO2 einspart, kann die Stadt Emissionszertifikate verkaufen und mit den Einnahmen den weiteren Ausbau sowie den Betrieb finanzieren. Wie auch in Bogota und Cali werden sonntags vormittags Hauptstraßen für Autofahrer gesperrt, gehören dann den Radfahrern, Joggern und Skatern, auf Busbahnhöfen finden kostenlose Zumbakurse statt. Das klingt alles ziemlich vielversprechend und wir freuen uns sehr darauf, diese Stadt zu erkunden.

Wir kommen von Norden. Aus dem Nichts wachsen luxuriöse Appartementanlagen und Architektenvillen aus dem Kiefernwald. Glas, Stahl und gebürsteter Beton verdrängen jede Form provisorischer Bauweise.

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Hölzerne Verkaufsstände weichen riesenhaften moderne Shoppingmalls, wir fühlen uns wie nach Kanada oder in die Schweiz gebeamt. Es ist ein Kulturschock rückwärts. Obwohl Medellin im Nebel liegt und wir nur einen Bruchteil erkennen können, sind wir überrascht über die Ausmaße, über die vielen modernen Hochhäuser, deren Spitzen hier und da durch den Nebel ragen.

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In kurzer Zeit sind wir auf 2500m, bekommen Kopfweh. Auch Roger hat mit der Höhe zu kämpfen, rußt erheblich mehr. Die kühlen Temperaturen aber versöhnen uns- endlich haben wir wieder das Gefühl richtig frei atmen zu können. Der Seitenstreifen ist ordentlich gemäht, kein Fitzel Müll im manikürtem Grün, am Straßenrand werden Erdbeeren und Bratwürste verkauft, wir sind fast ein bisschen euphorisch über den unerwarteten Standard. Was wir noch nicht wissen ist, dass Medellin von Norden nach Süden reich ist, die Armenviertel, die nun versteckt im Nebel liegen von den östlichen und westlichen Seiten auf die Stadt eindrängen.

Unser erstes Ziel ist DHL, um dort wichtige Post in Empfang zu nehmen. Dann machen wir uns auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz. Keine einfache Aufgabe. Alle auf IOverland angegebenen Plätze erlauben uns nicht, über Nacht im Truck zu bleiben. Parken ja, Schlafen nein. Wir zahlen zunächst bis 19 Uhr, wollen dann nach Feierabend der Parkwächter auf dem Seitenstreifen direkt unter der Kamera parken, die den angrenzenden Parkplatz überwacht und hoffen auf eine ruhige Nacht.

Die Liste der Sehenswürdigkeiten in Medellin ist lang, jeder bisher hat uns gesagt, dass das die beste Stadt ganz Kolumbiens ist, wir freuen uns riesig darauf, sie zu erkunden. Als wir im Entenmarsch vom Parkplatz marschieren hält mich der Parkwächter zurück. „Bitte nehmt die Kinder an die Hand und lasst sie keine Sekunde aus den Augen. Viel Spaß!“

Leider aber scheint die Stadt uns nicht zu wollen. Als wir endlich die U Bahn gefunden haben, einen Familienpass gekauft haben, den Fahrplan verstanden und am richtigen Gleis stehen, sind die Züge so voll, dass wir mehrere abfahren lassen in der Hoffnung, dass irgendwann die Menschenmassen weniger werden. Leider geschieht das nicht, und nachdem in Europa aufgrund von Corona die Menschen beginnen Abstand zu halten, fühlt es sich falsch an, uns in ein enges Zugabteil zu quetschen. Wir beschließen, mit einem Taxi in die Innenstadt zu fahren, niemand aber will uns zu sechst mitnehmen. Wir teilen uns auf, ich versuche alle Ratschläge des Auswärtigen Amts, in Medellin kein Taxi zu nehmen in den Wind zu schießen.

Bevor ich ein Taxi erreichen kann, ist das gelbe Taxi mit Timm und den Jungen schon im dichten Verkehr verschwunden. Ein alter Mann, gerade im Begriff in das nächste Taxi zu steigen, sieht die Panik in meinem Blick, möchte mir den Vortritt lassen. Da er in dieselbe Richtung möchte, schlage ich vor, zusammen zu fahren, auf unsere Kosten natürlich. Irgendwie fühle ich mich sicherer mit einem weiteren Fahrgast und die Tatsache, dass er mir sein Taxi überlassen wollte, spricht dafür, dass der Herr grundanständig ist. Sagt jedenfalls mein Bauch.

Kurze Zeit später beginnt dieser allerdings zu krampfen. Der alte Herr und der Taxifahrer scheinen über die Strecke in Streit zu geraten. Während der Taxifahrer einsilbig antwortet, unbeteiligt wirkt, wedelt der alte Mann mit den Händen, deutet in verschiedene Richtungen. Ich schicke Timm meinen Live-Standort per Whats App, dieser aber öffnet ihn nicht, langsam werde ich etwas nervös. Angeblich ist es ein äußerst lukratives Geschäft, Touristen in kleine Nebenstraßen zu fahren, um sie auszurauben. Der alte Mann wird laut, fuchtelt, zeigt in die entgegengesetzte Richtung, der Taxifahrer sagt gar nichts, starrt stur geradeaus. Ob es Probleme gibt, möchte ich wissen. Der alte Mann lächelt, der Taxifahrer ignoriert mich, fährt weiter seinen geplanten Weg. Wir befinden uns in einer Einkaufsgegend, noch sind relativ viele Leute um uns herum. Nicht vertrauenswürdig, aber immerhin belebt. Hinter einem Bus kommen wir zum Stehen und gerade, als ich überlege, ob wir hier aussteigen sollen, grinst rechts von mir Timm durch die Fensterscheibe seines Taxis, Daumen hoch. Mein Zeigefinger schnellt einmal von links nach rechts über den Hals, den Stinkefinger verkneife ich mir. Wir kurbeln die Fenster runter, warum er nicht auf sein Handy guckt, ich bin leicht ungehalten.„Oh, vergessen“. Wir fahren nur noch wenigen Meter und als wir uns in der Nähe des Plaza Botero, dem historischen Zentrum Medellins befinden, steigen wir aus. Der alte Herr mit uns.

„Behaltet die Kinder im Auge, passt auf Eure Sachen auf.“ Es sind die ersten Worte, die der Taxifahrer an mich richtet, dann braust er grußlos davon. Der alte Mann weicht uns ab da nicht mehr von der Seite, schleust uns durch Menschenmengen bis er sich am Plaza Botero nur widerwillig von uns verabschiedet. Jeglicher Glas- und Stahlglamour ist verschwunden. Stattdessen bröckelnde Fassaden, Bauchladenverkäufer, auf den Bänken Menschen mit einem Zuviel von allem: zu viel Alkohol, zu viel Drogen, zu viel Leid und Hoffnungslosigkeit. Ich hoffe, dass es an der Nähe der größten zentralen Metrostation liegt, dass es hier ein ähnliches Phänomen ist wie Hauptbahnhöfe. Unser Reiseführer sagt über den Plaza de Botero, dass er „der originellste“ in Medellin sei, 2002 neu gestaltet. Er spricht von Palmen, Blumen, Springbrunnen, Parkbänken, Imbissverkäufern, Geisterbeschwörern, indianischen Tänzerinnen, Feuerspuckern, Schuhputzern, und- als Attraktion- 23 monumentale Skulpturen Fernando Boteros. Immer wieder blicke ich ungläubig auf den Stadtplan, kann nicht glauben, dass wir uns auf dem richtigen Platz befinden. „Museo de Antioquia“, „Palacio de la cultura Rafael Uribe Uribe“, „Iglesia de la Candelaria“, die Einkaufsstrasse „Paseo Junin“, alles scheint sich genau hier zu befinden. Auch ein paar der pummeligen Statuen Boteros kann ich sehen. Adam und Eva haben glänzend gegrabbelte Geschlechtsteile und Brüste, ansonsten aber glänzt hier absolut gar nichts. Ein verwahrloster Mann reißt schreiend sein T-Shirt vom Bauch, entblößt einen vollen Kotbeutel und Gedärme, die aus einem Loch zu quellen scheinen. Zugedröhnte Frauen mit aufgeknöpften Blusen und der Einfachheit halber tätowiertem MakeUp versuchen, verführerisch zu blinzen, entblößen dabei rottende Zähne zu einer schrecklichen Grimasse. Der Griff der Kinder um meine Hand wir fester. Die Bänke sind alle besetzt, von Menschen die augenscheinlich viel weniger stehen können als wir. Eine Gruppe Jungs mit Schirmmützen und dunklen Sonnenbrillen gucken in Lottas Richtung, stoßen sich gegenseitig an und grabschen sich in den Schritt, ein paar andere kommen scheinbar gelangweilt näher. Wohin ich blicke, überall Elend und Verwahrlosung. Ich halte die Hände der Jungen fest, klemme meine Tasche unter die Achseln und blicke zu Timm, der ebenso verkrampft Lottas und Paulas Hand hält. Es ist das erste Mal auf dieser Reise, dass ich mich wirklich unwohl fühle und nur noch einen einzigen Gedanken habe: WEG, SOFORT! So schnell es unauffällig geht, treten wir den Rückzug an, versuchen niemanden zu berühren, als wir Richtung Metrostation gehen. Es riecht nach Marihuana, Scheiße und Müll. Aus dieser Richtung scheint niemand in die Metro einsteigen zu wollen, wir haben viel Platz als wir die 4 Stationen zurück Richtung Norden fahren. Es ist erst 15 Uhr, wir hätten noch Zeit mit der legendären Seilbahn zu fahren, Medellin von oben zu sehen. Keiner von uns aber hat Lust. Es ist wie bei einem Blind Date, bei dem das Gegenüber in den ersten 3 Minuten furzt: Egal was noch kommt, der Eindruck ist versaut. Wir alle sind nicht bereit, Medellin eine zweite Chance zu geben, beschließen schon am nächsten Tag weiterzufahren.

Am nächsten Morgen gehen wir ins Museum of Modern Art, fühlen uns wieder einmal ratlos und unkultiviert, weil uns wie so oft der tiefere Sinn der Exponate nur den Kopf schütteln lässt. Auf dem Weg nach Süden halten wir an einem Shoppingcenter, die Mädchen schwelgen im ersten H&M seit den USA und stellen dann fest, dass sie doch nichts als Unterhosen, Schlafanzüge und Socken brauchen.

Vielleicht lag es wieder an unseren Erwartungen, die viele mit der Aussage gefüttert hatten, dass das eine phantastische Stadt sei. Vielleicht waren wir zur falschen Zeit am falschen Ort. Vielleicht hätten wir Medellin eine zweite Chance geben sollen. Bogota, dass jedenfalls wissen wir nun, werden wir dick und fett von unserem Plan streichen. Uns steht einfach nicht der Sinn nach Städten.

Santa Marta – Medellin

Es ist fünf Uhr morgens. Todmüde stehen die Kinder und ich vor Timms Bett, in meiner Hand ein dampfender Kaffee und ein Geburtstagskuchen. Timm muss früh aufstehen heute, Rogers Federung soll erneuert werden, die Fahrerkabine ist verrutscht und der sechste Gang spring heraus, sowie 16 Bolzen, die den Wohnkoffer tragen, müssen erneuert werden. „Happy Birthday to you…“ , so schön es unsere morgenrauhen Stimmen zulassen singen wir unser Geburtstagslied, Timm öffnet die Augen, lächelt. Jedenfalls bis sein Blick auf den Geburtstagskuchen fällt. Dann wird er schlagartig blass. Sein Blick wird starr, er springt aus dem Bett. „Ich muss kotzen“, höre ich noch, dann fällt die Badezimmertür krachend ins Schloss.

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Eine halbe Stunde später liegt Timm lakenweiß und zitternd im Bett. Ihm stehen Schweißperlen auf der Stirn, gleichzeitig friert er. Ich fühle mich schrecklich ihn und die Kinder so alleine zu lassen, aber in wenigen Minuten wird Leonardo mich abholen, um mit mir zu Roger zu fahren, der außerhalb Santa Martas geparkt ist. Zwei Tage hatten wir schon in einer anderen Werkstatt verbracht, deren Diagnose „Getriebeschaden“ lautete. Nachdem die Werkstattjungs mit ihren Komplimenten Lotta bestürmt und so sehr verunsichert hatten, dass sie das Hotelzimmer nicht mehr verlassen wollte, ist Timm mit rauchenden Reifen und Nasenlöchern in jene Werkstatt gefahren, in der nun Roger wartet.

Ich bin unendlich dankbar, Leonardo zur Seite zu haben. Er sorgt dafür, dass Timm die richtigen Fotos zur richtigen Zeit geschickt werden, spricht mit den Schraubern, fährt mich irgendwann zurück in unser gemietetes Haus, verbringt den ganzen Tag in der Werkstatt, um die Reparaturen zu überwachen. Timms für diesen Abend geplante Geburtstagsfeier müssen wir um einen Tag verschieben, zu wackelig fühlt er sich auf den Beinen. Am nächsten Abend holen wir diese nach, laden Leonardo und seine Familie zu Königsberger Klopsen ein. Am folgenden Morgen dann hängt Timm wieder kotzend über dem Klo. So geht das noch ein paar Tage, auch als wir mit dem reparierten Roger schon längst wieder an unserem Lieblingsstrand stehen, um uns noch ein paar Tage zu erholen. Im Wechsel geht es Timm einen Tag gut, am nächsten wieder hundeelend. Ein verzweifelter Anruf bei Max‘ Patenonkel bestätigt dann meinen Verdacht: Salmonellen. Zum Glück habe ich ein Antibiotikum in Cartagena gekauft und nach ein paar Tagen ist Timm wieder so fit, dass wir an Aufbruch denken können.

Einen Monat sind wir nun schon in Kolumbien, haben uns die ganze Zeit in dem Dreieck Cartagena- Sierra Nevada de Santa Marta- Tayrona bewegt. Es ist nicht leicht, unseren Paradiesstrand zu verlassen, aber so langsam treibt uns die Neugier südwärts.

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Nachdem ein paar Tage vorher die ELN, eine Rebellengruppe, die nach dem Friedensabkommen zwischen der Regierung und der FARC das Machtvakuum ausnutzt, alle nationalen Fernstraßen mit Waffengewalt blockiert hat, sind wir ein bisschen nervös. „Woher“, frage ich Leonardo, „weiß ich, ob die vermummten, Maschinengewehr tragenden Männer Rebellen oder Armee sind?“ Rebellen erkenne man daran, dass sie statt Schnürstiefeln Gummistiefel tragen. Außerdem hätten sie außer dem Maschinengewehr häufig eine Machete dabei und trügen eine Banderole um den Oberarm. Er zeigt uns auf der Karte einen Weg, der als sicher gilt. Ein bisschen mulmig ist mir trotzdem, als wir durch Palmölplantagen, schließlich durch staubige Trostlosigkeit fahren. Es ist unerträglich heiß, an den Straßenrändern rottet Müll, Motorradfahrer, Straßenarbeiter und jeder der sich länger draußen aufhalten muss, ist von Kopf bis Fuß vermummt. Obwohl jegliche Vermummung einzig gegen Hitze schützen soll, trägt sie extrem zu meinem Unwohlsein bei. Noch nie war mir bewusst, wie unheimlich es ist, den Menschen nicht in die Augen blicken zu können. In einem kleinen Dorf parken wir hinter der Tankstelle, die über Nacht bewacht und somit sicher sein soll. Ob es hier am vergangenen Wochenende gefährlich war, ob sie eingeschränkt gewesen sind, fragen wir die Dorfbewohner, die alle paar Minuten anklopfen, um einen Blick in Roger zu erhaschen oder um ein Foto mit uns zu machen. „Wie immer halt“ zucken sie mit den Schultern, überlassen es unserer Phantasie, ob das ein gutes oder schlechtes Zeichen ist.

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Am nächsten Abend parken wir nach einem langen Fahrtag im Innenhof eines kleinen Hotels, gönnen uns ein Abendessen das wir nicht selber kochen müssen. Und bereuen es sofort. Zu einem gekochten Mittag- oder Abendessen gibt es in Kolumbien meistens eine trübe Hühnersuppe. Wir sind inzwischen daran gewöhnt allerlei wenig appetitliche Dinge wie Hühnerfüße, Hälse und splittrige Knochen zu finden. In dieser Suppe allerdings scheinen auch Innereien unbekannter Herkunft und unbekanntem Verfallsdatums verkocht worden zu sein. Schon beim Geruch schnürt es uns den Hals zu. Um die Köchin nicht zu beleidigen, verfüttern wir die Suppe möglichst unauffällig an die bettelnden Hunde, ebenso den Hauptgang, halten uns ausschließlich an pappige, in ranzigem Fett frittierte Pommes, werfen vor dem Schlafengehen wieder eine Portion homöopathische Oukoubaka- Kügelchen hinterher und bitten die Reisegötter, die Salmonellenvergiftung dieses Mal bitte an uns vorbeiziehen zu lassen.

Auch der nächste Fahrtag zerrt an unseren Nerven. Ich freue mich kurz darüber, dass der Tankwart an einer angefahrenen Tankstelle im Schaukelstuhl sitzt, das ist dann auch schon die größte Freude des Tages. Die Hitze ist kaum zu ertragen, wir giften uns an, sind gereizt und sehen uns nach ein bisschen persönlichem Freiraum. Stattdessen kleben unsere Beine in der Enge der Fahrkabine aneinander, mit jedem Luftzug wabern scheußliche Gerüche um uns. Wir versuchen uns mit ??? Hörspielen abzulenken und ich entwickele einen nie gekannten Hass auf Justus‘ Klugscheißerei, wohl ein sicheres Zeichen, dass mir ein Amoklauf droht, wenn ich nicht bald eine Pause bekomme.

Ungefähr drei Autostunden vor Medellin passieren wir die Hazienda Napolés, das ehemalige Privatkönigreich des Drogenbosses Pablo Escobar. Seit der mächtigste Drogenbaron der Welt 1993 auf der Flucht über den Dächern Medellins von der Polizei erschossen wurde, lag das 28 Quadratkilometer große Anwesen über viele Jahre dschungelüberwuchert in Vergessenheit. Dort wo früher das Tigerbrüllen aus dem Privatzoo die Schreie gefolterter Widersacher übertönte, wo Geschäfte besiegelt wurden, die tausende Menschen ins Unglück rissen, befindet sich seit 2007 ein Freizeitpark. Aus dem Privatzoo Escobars sind in den Jahren der Vernachlässigung einige Flusspferde entkommen, haben sich in der umliegenden Natur ausgewildert und vermehrt und gelten heute als die einzige wild lebende Flusspferdherde außerhalb Afrikas. Auch wenn ich die Flusspferde sehr gerne gesehen hätte, beschließen wir, an der Hazienda vorbeizufahren. Es fühlt sich falsch an, die Legendenbildung zu unterstützen, die spätestens seit der Netflix Serie „Narcos“ in vollem Gange ist. Bis Medellin schaffen wir es nicht, holpern mit dem letzten Tageslicht eine Schotterstraße durch den dichten Dschungel und landen unverhofft im Paradies.

Eingerahmt  von regenwaldbewachsenen Hängen erstreckt sich eine riesige Wiese am Ufer des schönsten Flusses Kolumbiens, dem Río Claro. Er gilt als einer der saubersten Flüsse des Landes, macht seinem Namen alle Ehre. Kristallklar fließt er in seinem Flussbett, dass sich tief zwischen die Marmorklippen gefressen hat. Jegliche Anstrengung ist vergessen, jeglicher Ehrgeiz nach Medellin zu kommen, erstirbt. Drei Tage steht Roger unter dem Blätterdach eines gigantischen Baumes, in dem sich morgens grüne Papageien streiten. Einen Baum weiter brütet ein Toucanpärchen, Nebel legt sich schützend zwischen uns und die sengende Sonne. Unsere einzige Gesellschaft sind eine Herde Kühe, ein paar Schafe, Hühner und Pferde, welche die Wiese um uns kurz halten. Wir kommen zur Ruhe, genießen den Platz, der scheinbar im Überfluss vorhanden ist. Die Kinder bauen Staudämme, strolchen durch den Dschungel, schaukeln an Lianen,  lassen sich mit Surf- und Boogieboard in der Strömung treiben. Schmetterlinge umflattern unsere Füße, Glühwürmchen funkeln im Geäst und das Dschungelorchester fährt mit allem auf, was man an Tönen unter dem Verzeichnis „Dschungel“ auf den weltweiten Geräuschdatenbanken finden kann. Wir buchen eine Raftingtour, umfahren lianen-und farnbewachsene Felswände, vorbei an Grotten, unter einem Wasserfall hindurch, immer umgeben von dichten geheimnisvollen Waldschatten, amazonasgrünem Laubgewimmel. Grün, das durften wir einmal mehr erfahren, ist mehr als eine Farbe. Grün ist Medizin und hilft gegen fast alles von entzündeter Laune, bis zu erhöhtem Kabinendruck, sogar gegen Klugscheißerintoleranz.